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Semino Rossi - Ein Teil von mir (Live aus Berlin)

Semino Rossi hat sein Konzert im Berliner Tempodrom anlässlich seiner aktuellen "Ein Teil von mir" Tournee aufzeichnen lassen und veröffentlicht diesen Auftritt nun auf einer Doppel-CD. Bei den 23 Titeln der aktuellen Tournee lag das Hauptaugenmerk natürlich auf den Songs des aktuellen Semino Rossi Albums. Dazu hat der gebürtige Argentinier dann aber auch viele Songs seiner nunmehr über zehn Jahre andauernden Karriere mit in sein Programm eingebunden und liefert insgesamt einen guten Überblick über sein bisherigen Schaffen.
Über rund 100 Minuten hinweg bekommt man auf "Ein Teil von mir (Live aus Berlin)" somit ein solides Konzert von Semino Rossi geboten, bei dessen Aufnahme man die Live-Atmosphäre leider recht häufig vermisst, da das Publikum sich dann doch hörbar mit Emotionen zurückgehalten und sich häufig auf das Klatschen nach den Songs beschränkt hat.
Alles in allem ist "Ein Teil von mir (Live aus Berlin)" ein Live-Album, das mit einer sehr guten Qualität der darauf enthaltenen Titel produktionstechnisch punktet, das aber das typische Live-Feeling nicht wirklich beim Hören entfachen kann.

Superikone - Traenen

Aller guten Dinge sind drei. Malte el Niño veröffentlicht den Titel "Traenen" zum mittlerweile dritten Mal. Anlass dazu ist das 20jährige Jubiläum des Songs, den der Sänger erstmals 1998 mit seiner damaligen Band Lunastoy veröffentlichte. Nach einer weiteren Veröffentlichung auf seinem 2003er Solo-Album, das er bereits unter dem Namen Superikone aufnahm, gibt es nun mit der neuen Veröffentlichung jede Menge "Traenen" auf die Ohren.
Für diese Jubiläums-Veröffentlichung konnte Superikone diverse Bands und Künstler aus dem elektronischen Bereich für Remixes des Songs gewinnen und so befinden sich auf der neuen EP dann unglaubliche elf Versionen des Songs. Allerdings sind die jeweiligen Remixes sehr unterschiedlich ausgelegt und gewichtet und so entfaltet der Song mit jeder neuen Version eine andere Atmosphäre und zeigt sich immer wieder in neuen elektronischen Gewändern. Eine nette Veröffentlichung, die sicherlich hauptsächlich für die Superikone Fans gedacht gewesen ist, aber auch allen anderen Freunden des elektronischen Genres Spaß machen dürfte.

Deaf Havana - Rituals

Deaf Havana melden sich mit ihrem fünften Album zurück. Die aus dem britischen Norfolk stammenden Rock-Band liefert auf "Rituals" 13 neue Songs ab, die sofort ins Ohr gehen und von ihrer Ausrichtung her deutlich kommerzieller sind, als es die Deaf Havana Stücke auf den Vorgängeralben gewesen sind.
Deaf Havana Frontmann James Veck-Gilodi hat sich schon bei der Produktion der neuen Stücke neu ausgerichtet, denn wurden die Songs für die früheren Alben und auch speziell das 2017er Werk "All These Countless Nights" überwiegend mit einer akustischen Gitarre entwickelt, so hat James Veck-Gilodi bei "Rituals" deutlich mehr auf die Elektronik und damit verbunden auf den Computer zurückgegriffen.
Und diese Ausrichtung hört man den Titeln auch deutlich an. Eine solche Umstellung ist sicherlich gewagt, führt aber auch dazu, dass sich Deaf Havana weiter entwickelt haben und nun musikalisch breiter aufgestellt sind, als das noch im letzten Jahr der Fall gewesen ist. Zudem haben auch die neuen Songs noch den charakteristischen Deaf Havana Spirit, öffnen sich jedoch weiteren musikalischen Einflüssen und lassen den Sound der Band frisch und modern klingen.
Inhaltlich bringt James Veck-Gilodi seine Gedanken zielstrebig auf den Punkt und leitet den Hörer bereits mit den rein aus konkreten Schlagworten bestehenden Songnamen in Richtung seiner Denkweise. Songs wie "Wake", "Sinner", "Holy" oder auch "Evil" oder "Heaven" sind großes musikalisches Kino und unterstreichen die Qualität, die die Band auch nach ihrer musikalischen Neuausrichtung noch immer hat, auf eindrucksvolle und nachhaltige Weise.

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